Weltverbesserung
Weltverbesserung

Gedanken 2014

Weltverbesserung 

Gedanken zum Jahresbeginn 2014 (meinem 80. Lebensjahr).

Seit meiner Ausbildungszeit im Handwerk, nach Ende des 2. Weltkrieges und dem damaligen Wiederaufbau mache ich mir Gedanken über Weltverbesserung betreffend die Menschenwelt Mittlerweile bin ich (2014) 80 Jahre alt und das Thema beschäftigt mich noch immer.

Angesichts der vielfältigen Wunden, die der damals gerade beendete Krieg geschlagen hatte (an vergeblichen Opfern von Schweiß, Blut und Tränen) und künstlichen "Feindbildern", frage ich mich seit dieser Zeit, wo da die menschliche Vernunft geblieben ist und was die Ursache dieses menschlichen (Fehl-) Verhaltens ist.

 

Mich erfasst tiefe Traurigkeit, wenn ich über all die negativen Geschehnisse in unserer Menschheitsgeschichte bis heute nachdenke. Ich kann dieses Treiben einfach nicht als „normal“ akzeptieren und da unbedenklich mitmachen.

Hinter dem Rücken von allerlei „Führungskräften“ dieser Welt sich verstecken im Glauben, von eigener Verantwortung jedweder Art frei zu sein, das leuchtet mir nicht ein, denn wir müssen stets ausnahmslos alle „Suppe auslöffeln“ die jene „Führer“ einbrocken!  Also büßen wir für deren Sünden und für unseren Irrtum.

Es ist überhaupt unbegreiflich, wie die große Mehrheit der Menschen sich von einer winzigen Minderheit von „Führern“ so verschaukeln lässt.

Überall in der Welt beobachtet man ein gewisses Aufbegehren gegen Missstände verschiedenster Art. Aber das erscheint eher ein Aufschrei zu sein. Nach einer generellen Wende zum Besseren in der Menschenwelt sieht das nicht aus.

Nun, so sitze ich hier vor meiner Tastatur und denke: “Guter Rat ist teuer“,

finde ich solchen überhaupt.

Kann man denn wenigstens abstimmen lassen:

wer ist für und wer gegen eine Besserung der Menschenwelt.

Sollte die Mehrheit dafür sein…, wo und womit sollen wir dann anfangen.

Ausgerechnet für dieses Problem wiederum die „Führungskräfte“ einzusetzen, hieße „den Schuss nach hinten losgehen zu lassen“ und weiterhin "den Bock zum Gärtner machen".

Wenn überhaupt Führungskräfte unabdingbar sind, wie hält man sie frei von all den bisherigen typischen negativen Eigenschaften, die unsere Führungskräfte korrumpieren. Unsere Vorfahren haben dieses Problem ‚liebevoll‘ seit vielen Generationen an ihre Nachkommen weitergereicht. Bisher hat es funktioniert dass die Nachkommen immer tiefer in die ‚Grube‘ gefallen sind, die für sie gegraben wurde.

Nun sind wir dran. Vertiefen wir diese uralte ‚Grube‘ weiterhin? Aber hallo! wenn wir diesmal „selbst in die Grube stürzen“? Was dann? Wer bleibt dann übrig, um daraus eine Lehre zu ziehen? Es wäre dann nicht die erste „Hochkultur“ die plötzlich vom irdischen Schauplatz verschwindet. Nur diesmal könnten wir selbst die Ursache wie ein Damoklesschwert vorbereitet haben: einen großräumigen, längeren  Stromausfall - oder Nuklearprobleme.

Ca. 150 Jahre genießen wir Euphorie und Verwöhnung durch Strom, was uns leider jegliche Risiken und Nebenwirkungen vergessen lässt…: nämlich an welch „seidenem Faden“ diese Errungenschaft hängt.

Was können wir also tun? „Den Kopf in den Sand stecken“ und alles ergebenst erdulden? Oder Chancen für eine Wende zum Besseren sehen.  Dann müssen wir unbedingt zuerst die Ursachen (meist mehrere) analysieren und danach Besserungs-Lösungen suchen/finden.

Meine langjährige Ursachensuche möchte ich gern darlegen damit Leser ihre Gedanken damit vergleichen oder angeregt bekommen.

Zunächst will ich einen Gedanken dazu von Immanuel Kant aufgreifen. Er meinte, dass Menschen aus Bequemlichkeit und Faulheit lieber andere denken lassen und Verantwortung auf andere abwälzen. Zum Teil kann das daran liegen, dass das Leben schon mühsam genug und kurz ist sowie ein Erfolg ihnen nicht gleich in den Schoß fällt. Kant nennt es selbstgewählte Unmündigkeit, ich würde es Selbstverstümmelung des Intellekts nennen. Dafür lässt das Leben aber keine Gnade walten, sondern bestraft das hart.

Kant hat einen weiteren Gesichtspunkt dazu nicht erwähnt nämlich, dass unmündig NICHT unschuldig bedeutet. Aber gerade diesen verhängnisvollen Irrtum verfallen sehr viele.

Nun zu meinen Überlegungen. Eine Welt ohne Menschen wäre eine ziemlich heile Welt im Gegensatz zur Menschenwelt. Dass die Tiere es im Leben durch ihren einprogrammierten Instinkt offensichtlich leichter haben als wir, das verleitet viele dazu, neidisch zu werden und es ihnen nachmachen zu wollen obwohl es für uns absurd ist, den Verstand abzuschalten um ihn vergeblich durch einen "Instinkt" zu ersetzen. Uns fehlt so ein inneres Lebens-Ablauf-Programm, wie es Tiere besitzen.

 

Da tritt nun ein „Programm“-Ersatz in die Lücke. Wie Kant es erwähnte, erbarmen sich allerlei „Führer“ mit Vergnügen dieser armen Kreaturen und nehmen sie „an die Leine“ zum Dressieren damit die Kreaturen auf eigenen Verstand und Interesse doch endlich verzichten können im Irrglauben, das wäre jetzt ihr langersehnter Instinkt.

Bitte, lieber Leser, diesen Schuh muss sich nicht jeder gleich verärgert anziehen. Aber anprobieren steht frei.

Wir suchen doch die Ursachen des ewigen menschlichen Elends, auch wenn es weh tut und Betroffenheit auslöst.

Ein weiteres Hindernis für eine Verbesserung unseres Daseins ist, wie bereits erwähnt, die Kürze unseres Lebens. Jeder versucht lieber „sein eigenes Schäfchen ins Trockene zu bringen“, was schon anstrengend genug ist. Manchmal bricht unser soziales Engagement doch durch, z.B. wenn Hilfe bei Naturkatastrophen angesagt ist oder ähnlichem.

 

Eine weitere sehr bedeutende Ursache unseres Elends ist unsere starke Neigung lieber in unseren federleichten Träumen und Fantasien zu schwelgen als die nüchterne, teils raue Realität zu lieben. Mit solcher Flucht von Realität in Träume vernachlässigen und verschlimmern wir unsere Realität. Das verstärkt unsere Flucht noch mehr. 

 

Da trösten uns dann gewisse Führer: „Hast du in diesem Leben schlechte Karten, musst du aufs nächste (Jenseits) warten“. Das Eintrittsgeld für jenes imaginäre Paradies sollen wir aber schon reichlich im Diesseits zahlen. Da wir unsere Fantasien auch gern durch Lügen und Irreführung  anheizen lassen, wirken diese wie kostenlose körpereigene Drogen, die offensichtlich auch süchtig machen. Solche gratis-Sucht ist wie jede andere schwer zu bekämpfen und breitet sich auch aus.

Was ebenfalls unser Elend fördert, ist unsere Missachtung des Gleichgewichtes zwischen Liebe, Weisheit, Gerechtigkeit und Macht. Liebe verkommt zu Sex und Macht scheint über alles zu gehen. 
Diese v. g. 4 Prinzipien veranschauliche ich gern mit einer Konstruktion (Haus o.ä.). Liebe vergleiche ich mit der Idee, Weisheit mit dem Baumaterial, Gerechtigkeit mit den präzisen Konstruktionszeichnungen, Macht mit der Energie zum Errichten. Macht alleine, pur kann zwar auf Knopfdruck immense Zerstörungen anrichten aber allein nie etwas errichten. Jeder, der Macht unverhältnismäßig hoch bewertet, läuft offensichtlich auf Zerstörung hinaus. Zum Prinzip 'Liebe' noch eines, ich meine damit die Agape, die Selbstlosigkeit.

Warum zitiere ich nicht die Heerscharen von Denkern aller Zeiten? Weil ich mich dann in deren Gedanken hunderte Meter tief einbuddeln muß und schließlich stehe ich wahrscheinlich im Dunkeln und finde den Ausgang nicht wieder. Lieber von Grund auf selber zuerst denken und dann "Input" auswählen.

Wer sein Denken ganz ausschaltet, findet danach im Dunkeln den Schalter zum Einschalten nicht mehr; und das ist auch eine Ursache unseres erörterten Elends.

 

Wie lässt sich das Gute im Menschen wiederherstellen / restaurieren? Wie kann die Vernunft wiederbelebt werden? Was wäre der beste Lehrmeister? Aus was zieht der Mensch eine dauerhafte Lehre? Wie weit lernt er aus Erfahrung anderer und eigener? Womit sind jemals große Menschenmassen veredelt worden? Gibt es eine Chance per langsamen Wachstums?

 

Wer meine bisherigen Gedanken bereits kennen gelernt hat, mag sagen, ich würde stets um das gleiche Thema herum kreisen und die Gedanken in mehreren Versionen ständig wiederholen. Es stimmt, aber wer einen Schlafenden wecken will, der muss den Weckruf oft wiederholen. Lange Geschichten dienen eher zum Einschlafen.

 

Ich danke allen Lesern, die bisher meine Internetseite gelesen haben. Ihr Feedback bitte an klaus@prueter.eu  wenn es interessant und mehr als ein spärlicher Zwischenruf ist, werde ich es in "Leserecho" einfügen.


Bearbeitet am 21.11.2014; 24.01.2018

 

 

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